Kraniche  (© Pixabay )

Kraniche
(Bildquelle: Pixabay )

Derzeit Kraniche im Allgäu unterwegs

Das ist in der Tat eine Seltenheit, wenn nicht sogar eine kleine Sensation. In diesen Tagen sieht man im Allgäu vereinzelt Kraniche fliegen. Schon in den letzten Jahren hatten sich bei uns immer öfter für die Region unübliche Vogelarten entdecken lassen.

So wurden unter anderem schon Rostgänse und vereinzelt auch Flamingos gesichtet. Wie das möglich ist, fragen wir mal nach, bei Vogelexpertin Angelika Nelson vom Landesbund für Vogelschutz.

Kraniche im Allgäu, Frau Nelson, wie kommt's denn, dass die hier unterwegs sind? Die gehören ja hier nicht her, oder?

Angelika Nelson: Ja das ist Prinzipell möglich das man sie da im Zug durchfliegen sieht.  Gerade bei den Kranichen hat sich in den letzten Jahrzehnten einiges getan in Bezug ihrer Zugwege. Also die Kraniche brüten ja hauptsächlich in Skandinavien, Finnland und von dort ziehen sie dann über den Winter in den Süden hinunter bis nach Spanien. Da gibt es dann eine Zugroute über Ungarn und genau von dieser Zugroute haben sich dann doch ein paar Kraniche entschieden von Ungarn  in den Westen hinüber zu fliegen. Darum kann es jetzt auch sein beim Rückflug das ein paar dieser Vögel auch über Bayern vorbei kommen.

Mit den warmen Temperaturen oder mit dem Klimawandel hat das aber nix zu tun, oder?

Angelika Nelson:  So direkt aus einem Faktor kann man das so nicht festhalten. Es ist eben schon so da bei den Vögeln immer wieder was spannendes zu beobachten ist. Diese sind ja sehr mobil, das heißt sie reagieren auf Veränderungen in ihrer Umwelt und können da auch sehr rasch reagieren, können neue Chancen nutzen, neues ausprobieren. Manchmal klappts eben und manchmal auch nicht. Und daher kann es auch zu diesen abweichungen gekommen sein, das da mal eben ein paar Vögel die Strecke geflogen sind oder vielleicht sogar durch witterungsverhältnisse wie durch Wind oder so vertrieben wurden, aber das dann gepasst hat und dann haben sie es halt angenommen. 

Jetzt sind die Kraniche ja nicht die einzigen ungewöhnlichen Gäste hier im Allgäu. Rostgänse und sogar Flamingos wurden in den letzten Jahren hier gesehen.

Angelika Nelson:  Ja es gibt gerade eben bei den Gänsevögeln oder auch Enten immer wieder neu einbürgerungen, weil manche von ihnen auch schön anzusehen sind. Da erfreuen sich auch die Menschen dran, vielleicht im Garten oder größeren Park Anlagen. Hier wurden dann schon mal Mandarin Enten ausgesetzt, die dann eben in die Umgebung gekommen sind und so ähnlich kann es dann auch bei den Rostgänsen gewesen sein. Die sind tatsächlich am zunehmen in Bayern, also da gibt es immer mehr und bei den Flamingos da wird es noch ein bisschen dauern bis sich da eine gute Population bei uns entwickelt.  Das sind wahrscheinlich auch gefangenschaftsflüchtlinge, die probieren es halt einfach solange die Winde wieder mild sind und sie eben auch Nahrung finden, das Wasser offen bleibt da passt das eben für die. 

Dann dürfen wir schon ein bißchen stolz sein, wenn wir Kraniche hier bei uns haben, oder?

Angelika Nelson: Es ist sicherlich mal eine interessante Beobachtung. Es Ist einfach toll, denn dadurch kommen natürlich auch viel mehr Menschen auf die Vogelbeobachtung. Das heißt sie gehen hinaus und erfreuen sich an den Vögeln und entdecken dann auch welche Vielfalt wir in Bayern haben. Wir brauchen da nicht unbedingt noch Flamingos und Rostgänse, hier dann eben auch auf die einheimischen Arten schauen wie zum Beispiel eine Schellente, die ist auch ganz toll und die dann auch bei der Balz zu beobachten das ist auch ganz toll. 

Dann sollten wir also die Augen etwas offener halten in den nächsten Tagen!?

Ja auf alle Fälle, denn jetzt ist die richtig spannende Zeit wieder, gerade die zu beginnende Frühlingszeit. Jetzt ziehen eben viele Vögel aus dem Süden zurück und da gehören die Kraniche eben auch dazu. Wenn man jetzt in den Himmel schaut kann man da schon in den nächsten Tagen und auch Wochen einiges spannendes beobachten. 

 

Newsdatum: Donnerstag, 8. Februar 2024

 
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