Professor Martin Hecht (12.v.r.) mit dem Ärzte-, Pflege, und Therapieteam der Kaufbeurer Neurologie. (© Kliniken Ostallgäu Kaufbeuren )

Professor Martin Hecht (12.v.r.) mit dem Ärzte-, Pflege, und Therapieteam der Kaufbeurer Neurologie.
(Bildquelle: Kliniken Ostallgäu Kaufbeuren )

Parkinson: Neue Forschungsergebnisse bringen Hoffnung für Patienten

Parkinson ist nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung in Deutschland, von der rund 400.000 Menschen betroffen sind. Professor Martin Hecht, Chefarzt für Neurologie am Klinikum Kaufbeuren, erläutert, welche neuen Forschungsergebnisse Hoffnung für Parkinson-Patienten bringen.

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"In den letzten Monaten wurden mehrere Studien zu neuen Medikamenten veröffentlicht, die das Fortschreiten von Parkinson verlangsamen oder stoppen könnten", betont Hecht. Er erwähnt einen Wirkstoff zur Diabetes-Behandlung, der auch bei Parkinson helfen soll, sowie eine Antikörper-Therapie, die sich gegen die Verbreitung eines schädlichen Eiweißes im Gehirn richtet.

"Lixisenatid, ein Medikament zur Behandlung von Diabetes, könnte das Fortschreiten der Symptome in einem geringen, aber signifikanten Umfang verlangsamen", erklärt Hecht. Teilnehmer, die das Medikament erhielten, zeigten laut einer Studie nach zwölf Monaten keine Verschlechterung ihrer Symptome im Vergleich zur Placebo-Gruppe.

Ähnlich vielversprechend ist ein Antikörper-Medikament, das schädliches Eiweiß im Gehirn abfängt, um seine Ausbreitung zu verhindern. "Die Neutralisierung dieses Eiweißes könnte den Krankheitsverlauf verlangsamen oder sogar stoppen", sagt Hecht.

"Allerdings wird es sicherlich noch einige Zeit dauern, bis diese Therapien vollständig erprobt sind und auf dem Markt verfügbar sind", merkt Hecht an. In der Zwischenzeit gibt es bereits viele Möglichkeiten, Parkinson-Patienten den Alltag zu erleichtern, wie die "Parkinson-Komplex-Behandlung", eine besondere stationäre Therapie, die eine intensive multiprofessionelle Behandlung bietet.

Die Kaufbeurer Neurologie kann diese Parkinson-Komplex-Behandlung dank einer Neugestaltung des Trägerwechsels vor einem Jahr wieder im vollen Umfang anbieten, freut sich Hecht. "Die Zeiten der Insellösung sind vorbei", stellt er heraus. Dies erleichtert auch die neurologische Weiterentwicklung am Standort, da das Team nun gut aufgestellt ist, um Patienten mit verschiedenen neurologischen Krankheitsbildern effektiv zu versorgen.

 

Newsdatum: Montag, 13. Mai 2024

 
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